Warum müssen wir diese Scheiß-Artio-Trikots anziehen?

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Das Turnier in Speyer startet nicht gut für die U12-Mädels. Sie sind zu siebt und haben in dieser Konstellation noch nie gespielt: vier von Artio, zwei vom TV Fürth und eine vom TSV Ansbach. Ein gemeinsames Training liegt hinter ihnen, aber das lief nicht ganz so wie geplant und jetzt stehen sie hier: nicht wirklich ein Team, eher Gegenspielerinnen – als solche sind sie sich in der Saison schon öfter begegnet.

Jetzt aber Speyer! Die Artio-Mädels hatten sich das als Saisonabschluss gewünscht und hocken beieinander. Die drei Neuen verbünden sich miteinander. Allerfeinste Lagerbildung und dann der Spruch: Warum müssen wir diese Scheiß-Artio-Trikots anziehen?

Dunkle Gewitterwolken, Donnergrollen! Durch die zwei Lager geht ein offensichtlich tiefer Graben!

Aber was wäre, wenn die anderen Doofies nicht hier wären?

Zu viert kann man kein Turnier spielen – das müssen die Artio-Mädchen schlucken. Und weder Ansbach noch Fürth hatten eine Turnierfahrt für ihre Teams geplant – blöd für die drei. So banal es klingt, aber keine der Protagonistinnen wäre hier ohne die anderen. Wenn sie jetzt das Turnier spielen wollen, dann geht es nur gemeinsam! Gegenspieler:innen haben sie da draußen schon genug. Wir sind das einzige Mädchen-Team und der kleinste Kader: alle anderen sind mit 10–14 Kindern angereist.

Die Mädchen sitzen um einen Baum im Schulhof und besprechen sich gemeinsam vor dem Turnier

Die Mädchen wiegen die Köpfe. Das ergibt alles Sinn und trotzdem geht es nicht auf Knopfdruck.

Die drei Mädchen aus Fürth und Ansbach gehen den ersten Schritt: sie bieten an, dass wir im gemeinsamen Huddle beim Artio-Ruf bleiben können. Auch, wenn das nicht ihr Verein ist, für heute sind sie dabei!

Wir werden heute hier spielen und als Team unser Bestes geben

Nach einem kurzen Aufwärmen draußen im Hof geht es schon in die Halle zum ersten Spiel. Die 10 Minuten, die uns zwischen zwei Spielen auf dem Feld bleiben, nutzen wir, um möglichst oft auf die hohen Körbe zu werfen: 3,05m statt 2,60m – das ist eine gewaltige Umstellung.

Schnell geht’s los

Zum Anpfiff stehen 4 Mädchen parat, natürlich bunt gemischt aus den drei Vereinen. Für beide Teams ist es das erste Spiel in diesem Turnier und dementsprechend schnell geht es los. Im Angriff tun sich die Mädchen schwer, oft stehen sie sich im Weg, haben manchmal gleichzeitig dieselbe Idee oder keine. Zu wenig kennen sich die Mitspielerinnen gegenseitig, wissen nicht, wie die anderen auf dem Spielfeld ticken.

Dafür glänzen alle in der Defense. Es ist beeindruckend zu sehen, mit wie viel Herzblut die Mädchen um jeden Ball kämpfen. Vier Mädchen, die alles geben, und mit vollem Körpereinsatz dabei sind … das hat Biss! Und am Spielfeldrand geben sie sich gegenseitig High Five vor Begeisterung.

Ich hab noch nie vorher gesehen, dass ein Team als Ganzes so dermaßen engagiert spielt und dass die Mädchen mit den Jungs physisch absolut gleichauf sind! Beeindruckend!

J., Vater einer Spielerin

2×8 Minuten gehen rasend schnell vorbei, wir wechseln permanent durch – die Intensität bleibt immer hoch: wenn 4 Spielerinnen auf dem Feld kämpfen, geben sie sich gegenseitig Energie und tragen sich so gemeinsam durch das Turnier. Der Kampfgeist schweißt die Mädchen zusammen.

Verschwitzt und stolz

Das erste Spiel verlieren die Mädchen, genauso wie alle nachfolgenden. Trotzdem gehen sie immer stolz vom Feld. Sie merken selbst, was sie hier geleistet haben, wie krass beeindruckend sie waren. In den Spielpausen wird gelacht und auf dem Freiplatz weiter gespielt: Basketball und Fußball – mit den Eltern, Geschwistern und immer auch mit den neuen Freundinnen.

One Team

Es ist das, worauf wir am allerstolzesten sind: dass diese Mädchen dieses Turnier als Team bestritten haben; dass sie am Ende sagen:

Ich erinner‘ mich an dich als wir in der Saison gegeneinander gespielt. Ich fand dich doof! Aber eigentlich bist du ganz nett!

2 Spielerinnen aus unterschiedlichen Vereinen im Gespräch

Deshalb haben wir uns auch mega gefreut, dass eine Spielerin den Juli über regelmäßig bei uns im Artio-Vereinstraining war, einfach weil es Spaß macht! In der Saison werden die Mädchen wieder gegeneinander antreten und auf dem Spielfeld alles geben, um sich danach gegenseitig auf die Schulter zu klopfen: mit dir oder gegen dich – du bist eine tolle Spielerin!

Speyer 2024? Wir kommen wieder!

Nächstes Jahr fahren wir wieder zum Turnier nach Speyer; das ist jetzt schon klar. Gerne spielen wir wieder mit Mädchen aus verschiedenen Vereinen. Ein bisschen mehr Vorbereitung, dieselbe Energie und die allertollsten Artio-Trikots 😉 … wir freuen uns jetzt schon drauf!