Artio Nürnberg

Gruppenfoto: der Vorstand springt in die Luft

Keine Zeit für Vorstandsarbeit

Am 18. Juni – ähm, also morgen schon – scheidet Zoë offiziell aus dem Vorstand aus und wir haben noch keine Nachfolgerin, keinen Nachfolger. Unser Vorstand ist unvollständig und braucht eine 5. Person. Manchmal kocht das panikmäßig in uns hoch! Was ist da eigentlich schiefgelaufen?

Gruppenfoto: der Vorstand springt in die Luft
Juni 2021: der frisch gewählte Vorstand versucht sich an den ersten großen Sprüngen

Orga-Rückblick

Wahrscheinlich kommt einiges zusammen. Zum einen sind wir krass gewachsen, sind heute 4x Mal Mitglieder als vor einem Jahr. Kein Wunder, dass wir in diesem letzten Jahr oft freudig durch die Gegend gesprungen und manchmal an unsere Grenzen gestoßen sind.

Dann hatten wir zum ersten Mal einen richtigen Liga-Spielbetrieb gleich mit 4 Teams in 6 Ligen (inklusive Rückzug und Neumeldung bei der U12, was einiges durcheinander gewirbelt hat). Es war so schön, mit den ganzen Kindern, den Spieler:innen und all den Fans in der Halle zu stehen: gemeinsam darum zu fiebern, ob der Ball jetzt in den Korb geht oder nicht, zu sehen, wie krass alle um den Ball fighten, wie unendlich toll sie als Team zusammen spielen. Trotzdem war es auch enorm viel Orga:

  • Termine vereinbaren,
  • Kinder zusammentrommeln und die Eltern bzw. Großeltern dazu,
  • manchmal alles wieder verschieben,
  • Verkauf organisieren
  • Schiedsrichter:innen organisieren, bezahlen, mit der Buchhaltung abrechnen und dem Verband,
  • Ergebnisse eintragen,
  • Halle fegen,
  • an der Tür verzweifeln, die sich einfach nicht mehr schließen lässt,
  • deshalb mit dem Schließdienst streiten, 
  •  … puh!

Wir hatten großartige Unterstützung von Eltern und Familie, von Freund:innen und Geschwistern. Ohne sie wäre nichts gegangen! Und trotzdem war es einfach viel! Soviel, dass klar war: Wir brauchen Unterstützung! Aber wie findet man die? 

Wir tun uns schwer damit, nähern uns dem Thema deshalb aus verschiedenen Richtungen und stehen uns oft selbst im Weg

Von Glaubenssätzen und wie man über sie stolpert

Im Januar sitzen wir an der Jahresplanung. Dafür haben wir uns extra eine Supervision ins Haus geholt, die mit uns unsere Werte und Glaubenssätze erarbeitet. Ein erstaunlicher ist dabei: Wir brauchen mehr Leute!

Wie ist der da rein gerutscht? Passt irgendwie gar nicht so richtig rein zu den anderen. Schnell wird klar, dass sich in einem einfachen Satz alle unsere Ängste sammeln. Haben wir genügend Spieler:innen für ein Team? Wer coacht die U8/U10/U12/…? Unsere Schul-Einheiten? Wer kümmert sich eigentlich um Projekt XY? Dazu die feste Überzeugung: Heutzutage macht doch niemand mehr Ehrenamt. Ich kenn niemanden, der sowas kann. Wer hat denn heute noch Zeit für sowas?
Kein Wunder, dass wir Angst davor haben, Leute anzusprechen. Wir fühlen uns schlecht dabei, Leuten Arbeit zu machen. Wenn wir überlegen, wen wir so fragen könnten, dann finden wir viele Gründe, warum die Person wahrscheinlich nicht kann (hat ja ein Kind, macht schon das und das, hat den Job gewechselt, trennt sich gerade, … argumentativ sind wir echt stark!). Kein Wunder, dass wir schuldbewusst nicken, wenn wir dann doch jemanden fragen und unser Gegenüber lehnt ab, wegen Zeit oder sonstwas. Und jede Ablehnung bestätigt unseren Glaubenssatz: Wir brauchen mehr Leute, es gibt aber keine!

Beim Lesen nickst du jetzt wahrscheinlich und denkst: ja, so ist das im Ehrenamt!

Aber, eigentlich, nein! So ist es nicht!

40% der Deutschen über 14 Jahren sind ehrenamtlich aktiv. Das sind eine ganze Menge Leute! Im Vorstand sind wir 4 davon! Dabei hatte bis vor 2 Jahren niemand außer Julia je in einem Vorstand gearbeitet – und das war für sie keine schöne Erfahrung gewesen. Ob wir zusammen passen, wussten wir vorher nicht – wir kannten uns ja kaum. Im Artio-Alltag machen wir ständig Jobs, von denen wir vorher gar nicht wissen, wie sie gehen. Lena hatte sich gar für den Job als Buchhalterin gemeldet, eh sie überhaupt das erste Mal von einer Einnahme-Überschuss-Rechnung gehört hatte.
Und keine von uns hat eigentlich die Zeit dafür. Ist so! Lena hat den Studiengang gewechselt und pendelt seitdem aus Bayreuth zu uns, Steffi hat die Uni erfolgreich abgeschlossen, geheiratet, ein Haus umgebaut und glänzt in ihrem ersten Job, Jasi durchlebt schlaflose Nächte mit kleinem Baby und Julia jongliert schon immer Selbständigkeit, Familie und Basketball. Wir alle haben ein wirklich volles Leben neben unserem Vereinsengagement. Aber Artio ist ja auch nicht aus Langeweile entstanden, sondern aus dem tiefen Bedürfnis heraus:

    • Mädchen mit Basketball stärker zu machen,
    • eine Gemeinschaft zu schaffen, die sich gegenseitig unterstützt
    • und allen Raum zum Wachsen gibt,
    • einen Verein zu gestalten, der uns selber Spaß macht … und das tut es!

 

Nicht immer, das ist klar! Es gibt Jobs, die bleiben ewig liegen (wie dieser Text übrigens*)! Manchmal kommt alles zusammen und nichts davon macht Freude! Aber wir sind mega-stolz auf das, was wir erreicht haben. Wir kriegen feuchte Augen, wenn wir „unsere“ Mädels und auch Jungs in der Halle sehen. Wir sind unendlich dankbar, für all die Eltern, die uns erzählen, wie gut wir für ihre Kinder sind. Und auf die Kinder, die stolz sind, dass ihre Eltern als Schiedsrichter:innen auf dem Feld stehen, Geburtstagskarten schreiben, Orga-Kram übernehmen.

Deshalb ist klar: Wir suchen eigentlich niemanden, der Zeit hat für Artio! Vielmehr suchen wir Leute, die Lust haben, mit Artio etwas zu bewegen! Menschen, die eigene Ideen einbringen wollen oder da weitermachen, wo wir vorgedacht haben!

Was wir bieten? Vorstandssitzungen, bei denen immer gelacht wird und oft gut gegessen. Austausch und Unterstützung. Ein Team, das auf jeden Fall weitermachen will. Ein solides Werte-Fundament und Glaubenssätze, die meistens hilfreich sind:

Post-Its mit den Werten und Glaubenssätzen, die uns bei Artio begleiten
Wir freuen uns auf deine Unterstützung im Vorstand oder bei einem der anderen tollen Artio-Projekte.

* Eigentlich erzählen wir gerne von unserer Arbeit: auf Insta, auf der Website oder eben im Newsletter. Nur manchmal reicht die Zeit halt nicht. Dann bleiben auch Jobs liegen, die zwar schön, aber akut nicht wichtig sind.